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KG Schöndorf und KGV Großobringen
Kirchengemeinde Schöndorf und Kirchengemeindeverband Großobringen


29. März 2020

Wir verbinden uns im gemeinsamen Gebet

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: … Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit … (Prediger 3,7)

Mir hat mal jemand gesagt, der ausschließlich hin und wieder zu Trauerfeiern in der Kirche war: „Das mit der Zeit, das gefällt mir. Das habe ich mir gemerkt, ein guter Text aus der Bibel.“

Ohne Frage, ich hatte diesen Text öfter als Lesung verwendet, weil er mir eben auch gefällt.

Alles hat seine Zeit: klagen und tanzen, herzen und aufhören zu herzen, schweigen und reden.

Wir erleben außergewöhnliche Wochen. Neben einem aufmerksamen Wahrnehmen der Gefahren halte ich auch Ausschau nach dem, was mich stärkt. Ich brauche Zeit, immer wieder Anschluss bei mir selbst zu finden. Ein jegliches hat seine Zeit, ja, auch jene Worte aus der Weisheitsliteratur der Bibel geben mir Halt in diesen Tagen. Die enorme Einschränkung direkter Kontakte ist für das Miteinander in einer Kirchgemeinde, so wie wir das in Schöndorf, Großobringen und Umgebung gewohnt sind, fast so etwas wie Winterschlaf. So jedenfalls empfinde ich das. Noch nie habe ich so viel aus meinem Kalender herausgestrichen, alles Geplante findet einfach nicht statt. Wie erreicht man diejenigen, die in diesen Tagen einsam sind?

Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit. Es wird anders geredet, auf wenige Menschen konzentriert. Das schärft auch unsere Aufmerksamkeit. Ich spüre, wie ein gutes Wort, ein Telefonat reicht, um den ganzen Tag vor Einsamkeit bewahrt zu werden. Im Gebet bin ich allein, und doch ist es die intensivste Form des Zusammenseins mit Gott und meinen Mitmenschen.

Es grüßt Sie

Ihre Pastorin Sabine Hertzsch