Zum Inhalt springen


KG Schöndorf und KGV Großobringen
Kirchengemeinde Schöndorf und Kirchengemeindeverband Großobringen


Aktuelles Gemeindeblatt

Liebe Kirchgemeindeglieder,

„gib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf. Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt obenauf“ – das haben wir am letzten Sonntag im Gottesdienst in der Klinik gesungen. Unsere Herzen stimmen ein in die Klage: Menschen bereiten sich Leid und Schmerz, Lügen machen sich breit. Ein neuer Krieg ist entfacht worden. Nicht weit entfernt von uns. Wir sind erschüttert, sprachlos, ratlos.
„Jetzt ist es Matthäi am Letzen“ – eine althergebrachte Wendung. Wer sie ausspricht, ist am Ende: finanziell oder seelisch, körperlich oder alles zusammen. Eine Katastrophe hat sich angebahnt, „Matthäi am Letzten“. Krieg. Ganz in der Nähe.
„Matthäi am Letzten“ verweist auf die letzten Zeilen des Matthäus-Evangeliums. Der letzte Satz dort lautet: Jesus spricht: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Weil Matthäus damit endet, dass Christus bis zum Weltende bei uns ist, wurde „Matthäi am Letzten“ zur Redensart für den Weltuntergang.
Die Gewalt, die Macht, die Herrschaft über unsere Welt scheinen andere zu haben als Christus: Nicht Zuwendung, sondern Abwendung, regiert. Nicht Liebe, sondern Hass. Nicht Freiheit, sondern Zwang. Nicht Leben, sondern Tod. So erleben wir es gerade.
Ich will versuchen weiterzudenken. Wer hat wirkliche die Macht. Ich will versuchen, festzuhalten am Glauben an die Macht, die dem Bösen widerstehen kann. Im ganzen letzten Absatz des Matthäusevangeliums spricht Jesus: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen haben. Und siehe: ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
Da steht: „Machet zu Jüngern alle Völker“. Anders übersetzt kann es heißen: „Machet zu Schülern alle Völker.“ Also: Lasst alle lesen und lernen, erzählt und erklärt ihnen,

Da steht: „Machet zu Jüngern alle Völker“. Anders übersetzt kann es heißen: „Machet zu Schülern alle Völker.“ Also: Lasst alle lesen und lernen, erzählt und erklärt ihnen, zeigt und zeugt davon, was ich, Jesus, euch gesagt habe, was ihr mit mir erlebt habt. Dann haben alle die Chance, zum Glauben zu finden.
Was können wir von Jesus lernen? Wie verhält er sich gegenüber den teuflischen Kräften dieser Welt? Es gibt sie ja wirklich: Die Kräfte des Satans, des Teufels, des Diabolos – Gegner und Ankläger Gottes, Verführer, Verleumder und Verwirrer, Täuscher, Trickser und Durcheinanderwerfer.
Jesus weist alle Angebote dieser Macht zurück. Damit bleibt er am Ende ohnmächtig. Und doch wurzelt genau darin seine Kraft. Er bleibt bei sich und bei seinem Gott. Jesus ruft an einer Stelle: „Weg mit dir, Satan!“ Da verließ ihn der Verführer. Und Engel traten zu Jesus und dienten ihm. So beschreibt es Matthäus.
Das Vertrauen in die Leben spendende, barmherzige Kraft Gottes, die von Anbeginn und bis ans Ende der Welt besteht, kann das Böse abwehren, zum Guten wenden.
Jesus konnte es. Wir dürfen sein wie er, und so wie alle, die gerade jetzt bedrängt, verfolgt sind, verführt werden sollen: Hungrig und trotzdem satt, angreifbar und trotzdem getragen, arm und trotzdem reich. Die Hoffnung bleibt. Gerade auch jetzt. Gottes Kraft der Liebe wird siegen.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr Pfarrer Dr. Martin Krapp

 

 

 

Download als PDF-Datei: